Der Kunststil des Werkes ist einer zeitgenössischen, urban-poetischen Malerei zuzuordnen, die Street-Art-Ästhetik, magischen Realismus und filmische Referenzen miteinander verbindet.
Stilistische Merkmale:
Symbolische Lichtführung
Das helle Licht wirkt wie ein projizierter Scheinwerfer oder eine Kinoleinwand im urbanen Raum. Es lenkt den Blick auf die handelnde Figur und verweist subtil auf das Medium Film sowie auf Fragen von Sichtbarkeit im öffentlichen Raum.
Aktiver künstlerischer Akt im Bild
Das kleine Mädchen sprüht selbst ein Graffiti, daher wird Kunst nicht nur dargestellt, sondern entsteht innerhalb der Szene. Das Bild reflektiert sich selbst als kreativer Prozess.
Filmische Graffitis als Erzählebene
Die gesprühten Filmtitel fungieren als visuelle Erinnerungsfragmente und kulturelle Marker. Kino erscheint als Flucht-, Traum- und Gegenwelt zur rauen urbanen Realität.
Urbaner Zwischenraum als Bühne
Der Raum unter der Brücke mit der teilweise überfluteten Straße wird zur Bühne für Handlung und Imagination. Beton, Wasser und Pfeiler bilden eine rohe Kulisse, die poetisch umgedeutet wird.
Poetisch-naive Figuration
Die vereinfachte, kindlich anmutende Figur steht im bewussten Kontrast zur harten Umgebung. Sie verleiht dem Akt des Sprayens etwas Spielerisches und Hoffnungstragendes.
Wasser als Spiegel und Übergang
Die Überflutung der Straße reflektiert Licht und Farbe und verstärkt den Eindruck eines Zwischenzustands – zwischen Stillstand und Veränderung.
Zusammenfassung:
Das Werk zeigt den urbanen Raum unter einer Brücke als Ort kreativer Aneignung und poetischen Widerstands. Durch die Verbindung von Street Art, filmischen Zitaten und einer symbolisch aufgeladenen Lichtführung entsteht eine zeitgenössische Bildsprache, in der Fantasie und Kunst den öffentlichen Raum neu definieren.
